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HEIMWERKER | FLIESEN LEGEN LEICHT GEMACHT

Fliese auf Fliese verlegen – alten Fliesenbelag einfach mit neuen Fliesen überkleben

Einen neuen Fliesenspiegel für die Küche oder schicke Mosaikfliesen für Wand und Boden im Bad – dafür musst Du nicht einmal den alten Fliesenbelag entfernen. Verlege Deine neuen Fliesen einfach direkt auf die alten. So sparst Du Dir das aufwendige Abstemmen der alten Wand- und Bodenfliesen und damit Zeit, Arbeit und natürlich Geld. Wir zeigen Dir wie „Fliese auf Fliese“ funktioniert – vom Überprüfen des alten Fliesenbelags über das Verlegen der Fliesen bis zum Verfugen.

Schichtaufbau - So sollen die Schichten nach der Verlegung aufeinander aufbauen:

So sollten die unterschiedlichen Schichten nach dem Verlegen aufeinander aufbauen.

Anleitung: Fliesen auf Fliesen verlegen in 7 einfachen Schritten

1.

Untergrund prüfen und vorbereiten

2.

Grundierung auftragen

3.

Fliesenkleber auftragen

4.

Fliesen einlegen

5.

Fliesen verfugen

6.

Abwaschen des Belags

7.

Dauerelastischen Dichtstoff einbringen


Bevor’s losgeht: Sicherheit geht vor! Trage Arbeitskleidung, Handschuhe und zum Beispiel beim Fliesenschneiden auch eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille.


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Thumbnail für Video-Anleitung - gefliestes Bad

Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du selbst Fliesen auf Fliesen verlegst.


  1. Untergrund prüfen und vorbereiten


Zuerst musst Du überprüfen, ob die bestehenden Fliesen noch ausreichend am Untergrund haften und somit tragfähig sind. Dazu streichst Du mit einem Hammerstiehl über die Fliesen und markierst alle dunkel klingenden Stellen. Diese hohlliegenden Boden- bzw. Wandfliesen und das dazugehörige Fugenmaterial müssen entfernt und mit einem geeigneten Mörtel wie dem SAKRET Reparaturmörtel verfüllt und ausgeglichen werden. Fehlen nur einzelne Fliesen und Fugen oder müssen entfernt werden, können diese Ausbrüche auch mit dem nachfolgenden Fliesenkleber ausgeglichen werden. Das musst Du natürlich bei der Mengenberechnung beachten. Sollten einzelne Stellen sogar neu verputzt worden sein, musst Du darauf achten, dass der Putz belegreif, also komplett durchgetrocknet ist.




PRO-TIPP: Beim Verlegen von kleinen Fliesen fallen kleine Unebenheiten an Wand und Boden oft nicht auf, möchtest Du sie aber mit großformatigen Fliesen überkleben, ist es besonders wichtig, dass die Wand plan bzw. der Boden eben ist. Das kannst Du leicht mit einer Richtlatte überprüfen. Sind kleinere Unebenheiten vorhanden, kannst Du sie beim Fliesen verlegen einfach mit einem Flexkleber wie dem SAKRET Flexkleber ausgleichen.




Die Oberfläche muss sauber und trocken sein, das heißt Schmutz, Staub, Farbrückstände oder auch Öl- oder Fettschichten auf den Fliesen müssen entfernt werden. Eine Bodenfläche saugst Du vor dem Auftragen der Grundierung am besten mit einem Industriesauger ab. Den kannst Du Dir günstig im nächsten Baumarkt leihen. Möchtest Du eine Wand neu verfliesen, kannst Du diese mit einem festen Besen abbürsten.

Anschließend reinigst Du die Fliesen mit einem alkalischen Reiniger oder Anlauger von allen Fett- und Seifenresten. Gut mit Wasser abspülen und mit einem Lappen trocknen. Glasierte Fliesen kannst Du zudem mechanisch aufrauen, um die Haftung für die nachfolgenden Schichten noch zu verbessern.




PRO-TIPP: Bevor Du loslegst, müssen z.B. im Bad erst alle Sanitärobjekte und Heizungen, hinter denen Fliesen verlegt sind, abmontiert werden, damit Du einen einheitlichen Fliesenspiegel verlegen kannst. Alles, was Du nicht entfernen kannst, schützt Du mit Abdeckfolie. Wenn Du Deinen Boden neu fliesen möchtest, kann es zudem sein, dass das Türblatt angepasst, also gekürzt werden muss.



Fliese auf Fliese bei Fußbodenheizung?


Auch wenn unter den alten Bodenfliesen eine Fußbodenheizung verlegt ist, eignet sich das Verfahren Fliese auf Fiese. Fliesen sind ebenso wie Fliesenkleber gute Wärmeleiter. Wichtig ist aber, dass Du zum Fliesen auf Fliesen kleben flexiblen Fliesenkleber wie den SAKRET Flexkleber verwendest. Die Wärme der Fußbodenheizung wird von den alten Fliesen einfach an die neuen abgegeben. Es gibt also nur einen sehr geringen Energieverlust, wenn die Fußbodenheizung unter zwei Fliesenschichten liegt.


  1. Grundierung auftragen


Da Fliesen in der Regel einen sehr glatten und nicht saugfähigen Untergrund bieten, verwendest Du als Grundierung einen Haftgrund. Dieser schafft eine griffigere Oberfläche und sorgt für die nötige Haftung von Fliesenkleber und Fliesen. Verdünne die Grundierung mit sauberem Leitungswasser, Angaben dazu findest Du auf der Verpackung oder den Produktseiten. Die Grundierung wird mit einer Rolle vollflächig auf dem gesamten Untergrund aufgetragen. Je nachdem ob du Wandfliesen oder Bodenfliesen verlegen möchtest, solltest Du darauf achten, dass sich an der Wand keine Tropfen bzw. am Boden keine Pfützen bilden. Anschließend lässt Du die Grundierung trocknen.


  1. Fliesenkleber auftragen


Den Fliesenkleber nach Verpackungsangabe mit sauberem Wasser anrühren. Das geht am einfachsten mit einer Bohrmaschine und einem Rührquirl bei niedriger Drehzahl. Nach dem Anmischen braucht der Kleber ein paar Minuten Reifezeit, damit er mit dem Wasser reagieren kann. Danach nochmal kurz umrühren. Den Fliesenkleber trägst Du mit der glatten Seite einer Zahntraufel – das ist eine Kelle mit kleinen Einkerbungen auf einer Seite – in einer 5 bis 8 mm dicken Schicht auf den Untergrund auf. Möchtest Du Wandfliesen verlegen, ziehst Du ihn von unten nach oben auf. Der Kleber muss nun vollflächig aufgekämmt werden, das heißt mit den Zähnen der Traufel ziehst Du kleine, gleichmäßige Stege in den Kleber.

Halte die Traufel dabei schräg, ungefähr in einem Winkel von 45° zur Wand bzw. zum Boden. Die Zahnung ist dabei von der Größe der Wand- bzw. Bodenfliesen abhängig. Die richtige Zahnung für Deine Fliese findest Du in unserer Übersicht. Außerdem bekommst Du einen Überblick darüber, wie viel Fliesenkleber Du bei welcher Kantenlänge ungefähr einrechnen musst, denn bei großformatigen Fliesen brauchst Du mehr Fliesenkleber.




PRO-TIPP: Damit die neuen Fliesen auch gut wirken, ist es sinnvoll vor dem Fliesen einen Verlegeplan anzufertigen. Achte dabei vor allem darauf, dass die Randfliesen nicht zu schmal sind und die Fliesen z. B. bei der Badewanne oder dem Waschbecken symmetrisch verlegt werden.



Die verschiedenen Kleber und ihr Verbrauch:

Fliesenkantenlänge in cm Flexkleber Verbrauch kg/m² Natursteinkleber Verbrauch kg/m² Zahnung
10-99 1,5 2,0

4er Zahnung

100-189 1,8 2,5

6er Zahnung

190-249 2,3 3,4

8er Zahnung

250-299 3,0 4,2

10er Zahnung

>300  3,8 4,6

12er Zahnung


  1. Fliesen einlegen


Leg' die Fliese mit leicht schiebenden Bewegungen in das Kleberbett, so kannst Du sie gut an die richtige Stelle rücken und sorgst dafür, dass unter den Fliesen keine Hohlräume entstehen. Bei Wandfliesen arbeitest Du Dich reihenweise von unten nach oben. Überprüfe die Fliesen immer wieder mit einer Wasserwaage, um sicherzugehen, dass sie gerade liegen, denn nur wenn der Kleber noch nicht angezogen ist, kann noch korrigiert werden. Kleinere Fliesen, die auf einem Netz aufgebracht sind, z. B. Mosaikfliesen ins Kleberbett einlegen und von innen nach außen in den Kleber eindrücken, sodass das rückseitige Netz gespannt und somit der richtige Fugenabsatz gewährleistet ist.

Bei großformatigen Fliesen empfiehlt es sich zusätzlich auch vollflächig Fliesenkleber auf der Fliesenrückseite aufzutragen und dann die Fliese einzulegen. Die Stege auf der Rückseite sollten quer zu denen auf dem Boden bzw. an der Wand verlaufen. Große Fliesen können mit einem Gummihammer leicht ins Kleberbett eingeklopft werden, um Hohlräume zu vermeiden.

Damit alle Fugen gleich breit werden, verwendest Du am besten Fugenkreuze, kleine X-förmige Plastikstücke, die zwischen die Fliesen gelegt werden. Abschließend entfernst Du die Fugenkreuze und alle Kleberreste vom Belag und aus den Fugen.




PRO-TIPP: Bei den Feinarbeiten an Fliesen ist das richtige Werkzeug entscheidend. Randfliesen mit geraden Kanten schneidest Du am besten mit einem Fliesenschneider. Dafür die Fliese mit dem Werkzeug auf der Glasurseite einritzen und dann an der Bruchkante brechen. Wenn Du schon etwas geübter bist, kannst Du gerade Kanten auch mit der Flex schneiden. Runde Aussparungen werden mit einer Fliesenlochzange, auch Papageienschnabel genannt, Stück für Stück herausgeschnitten.



Drei Tipps zum Fliesenkauf:

  • Fliesenarten

    Informiere Dich vor dem Kauf über die verschiedenen Fliesenarten und ihre Einsatzbereiche, um zu entscheiden welche Fliese zu Deinem Projekt passt.

  • Mehr Fliesen einplanen

    Grob 10 % der Fliesen solltest Du für Verschnitt und Bruch einrechnen, kaufe deshalb lieber etwas mehr.

  • Fliesen als Ersatz

    Heb' Dir ein Paket Fliesen auf, damit Du später einzelne Wandfliesen oder Bodenfliesen ausbessern oder erneuern kannst.



  1. Fugen verfugen


Ist der Fliesenkleber getrocknet, eine ausreichende Menge Fugenmörtel nach Verpackungsangabe mit sauberem Wasser anmischen und wie den Kleber reifen lassen. Der Fugenmörtel muss auf dem Fliesenkleber abgestimmt sein. Da für das Verfahren Fliese auf Fliese nur ein Flexkleber wie der SAKRET Flexkleber geeignet ist, solltest du auch flexiblen Fugenmörtel, wie zum Beispiel den SAKRET Flexfuge BM-FF benutzen.

Den Mörtel abschnittsweise auf den Boden gießen und mit einem Gummischieber diagonal zu den Fugen verteilen bzw. mit einem Fugbrett ebenfalls diagonal zu den Fugen an der Wand verteilen und in die Fuge einarbeiten. Den überschüssigen Mörtel abziehen. Pass auf, dass kein Fugenmörtel in vorhandene Rand-, Anschluss- und Bewegungsfugen gelangt und entferne ihn, falls doch. Rand- und Anschlussfugen sind die Fugen zwischen Wand und Boden bzw. zwischen zwei gefliesten Flächen. Bewegungsfugen können bei größeren Räumen z. B. im Estrich vorhanden sein, und sorgen dafür, dass er bei Ausdehnung nicht bricht.



  1. Abwaschen des Belags


Nachdem der Fugenmörtel angetrocknet ist, werden die Wand- bzw. Bodenfliesen mit einem Schwammbrett diagonal zu den Fliesen abgewaschen. Verwende dabei nicht zu viel Wasser, um die Fugen nicht gleich wieder auszuwaschen. Anschließend die letzten Reste mit einem feuchten Schwamm nachwaschen und mit einem trockenen Tuch nachpolieren.



  1. Dauerelastischen Dichtstoff einbringen


Alle Rand- und Anschlussfugen werden mit dauerelastischem Dichtstoff verfugt. In der Regel handelt es sich dabei um Silikon. Den Dichtstoff gleichmäßig in den Fugen verteilen (Silikon aus einer Kartusche trägst Du am besten mit einer Auspresspistole auf) und mit Wasser aus einer Sprühflasche (evtl. mit etwas Spülmittel versetzt) befeuchten. Wenn Du Dir dabei etwas unsicher bist, kannst Du die Fugenränder vorher auch mit Malerkrepp abkleben. Abschließend die Fugen mit einem Fugenglätter abziehen. Das funktioniert auch mit dem Finger, dazu aber unbedingt Handschuhe tragen.


Produkte, die Du für Dein Projekt "Fliesen auf vorhandene Fliesen legen" brauchst:

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